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Neue Studie: größere wirtschaftliche Gleichstellung in von Populisten regierten Ländern

29 January 2029
Neue Studie: größere wirtschaftliche Gleichstellung in von Populisten regierten Ländern

In Ländern, die von populistischen Regierungen geführt werden, ist ein erheblicher Abbau der wirtschaftlichen Ungleichheit zu beobachten. Das wurde von europäischen und amerikanischen Wissenschaftlern festgestellt. Die am letzten Donnerstag in der Zeitschrift The Guardian veröffentlichte Studie zeigte jedoch auch, dass es einen Zusammenhang zwischen populistischen Regierungen und unfaireren Wahlen, geringeren Beschränkungen der exekutiven Macht und weniger Pressefreiheit gibt.

Die Forscher betrachteten Veränderungen der wirtschaftlichen Ungleichheit in 40 Ländern, in denen als populistisch geltende Staats- und Regierungschefs an der Macht waren. Entgegen den Erwartungen der Wissenschaftler hatten diese Machthaber „einen ziemlich großen Einfluss“ auf die Verringerung der Ungleichheit. Linkspopulistische Führer in Lateinamerika, wie z. B. Evo Morales aus Bolivien und der verstorbene venezolanische Führer Hugo Chávez, hatten dabei den größten Einfluss. Es gab diese Auswirkungen allerdings auch in von Rechtspopulisten regierten Ländern.

Die Daten zeigten außerdem, dass Populismus eine Bedrohung für die Demokratie darstellen kann: Wenn populistische Führer mehr Macht haben, kommt es oft zu einer zunehmenden Schwächung der in der Verfassung verankerten Gewaltenteilung. Gleichzeitig scheint sich die Wahlbeteiligung unter populistischen Regierungen deutlich zu erhöhen. Die Untersuchung war dadurch etwas eingeschränkt, dass Daten nur bis 2016 verfügbar waren. (Für die meisten Länder begann die Erfassung von Daten im Jahr 2000.)

Michael: Soll das heißen, dass Gruppen wie die AfD die ganze Zeit recht hatten?
Jana: Das sagt diese Untersuchung keinesfalls, Michael. Es geht um Populismus – nicht um Nationalismus, auch wenn es hier oft einen Zusammenhang gibt.
Michael: Dann gib mir doch mal bitte eine Definition für Populismus.
Jana: Na ja, da es gibt einige. Aber im Wesentlichen ist Populismus ein politischer Ansatz, der die einfachen Menschen ansprechen will, die das Gefühl haben, dass ihre Anliegen bei der etablierten politischen Elite kein Gehör finden.
Michael: Was auch immer die Definition ist, wir haben gesehen, was Populismus oft mit sich bringt – Nationalismus, Rassismus, unfaire Wahlen, die Verteufelung der Presse ... Selbst, wenn es wirtschaftliche Vorteile gibt, sind wir wirklich bereit, die Zunahme von Fanatismus und Intoleranz zu ignorieren?
Jana: Populismus an sich ist vielleicht nicht unbedingt schlimm. Ich kann schon verstehen, warum sich so viele Leute davon angesprochen fühlen.
Michael: Hmm...
Jana: Zum Beispiel wurde in einer anderen, vor kurzem von zwei amerikanischen Soziologen durchgeführten Studie festgestellt, dass Wirtschaftsliberalismus und eine Lockerung der gesetzlichen Bestimmungen nur den obersten 0,1 Prozent zugutekommen – und niemandem sonst. Es ist also kein Wunder, dass die Versprechen der Populisten so viel Zuspruch finden.