Papst Franziskus überlegt Priesterweihe für verheiratete Männer
In einem Interview mit der deutschen Zeitung Die Zeit in der letzten Woche deutete Papst Franziskus an, dass die katholische Kirche überlegt, verheiratete Männer zu Priestern zu weihen. Damit soll dem Priestermangel in entlegenen Gebieten der Welt begegnet werden. Er machte deutlich, dass er sich nicht für ein Ende des Zölibats für Priester ausspreche, sondern dass es Ausnahmen geben sollte.
Im Verhältnis zur Zahl der Katholiken in der Welt ist die Zahl der Priester in den letzten Jahrzehnten generell zurückgegangen. Der Mangel ist jedoch besonders deutlich in Afrika, Asien und Lateinamerika. In einigen Amazonasgebieten kommen beispielsweise etwa 10.000 Katholiken auf einen Priester. Die Folge ist, dass nur einige Male im Jahr eine katholische Messe gehalten wird.
In den Anfangsjahren der katholischen Kirche war es Priestern erlaubt zu heiraten. Dies änderte sich nach der Einführung des Zölibats im zwölften Jahrhundert. Heutzutage dürfen Priester in den katholischen Ostkirchen in Osteuropa, Ostafrika und Indien verheiratet sein. Verheiratete anglikanische Priester, die zum Katholizismus konvertieren, dürfen ebenfalls Priester sein.