US-Umweltbehörde vermutet Abgasbetrug bei Fiat Chrysler
Die Umweltbehörde der Vereinigten Staaten, EPA, beschuldigte am vergangenen Donnerstag Fiat Chrysler, eine Software verwendet zu haben, mit der einige Fahrzeuge deutlich mehr Abgase produzieren können, als gesetzlich erlaubt ist. Das Unternehmen bestritt die Vorwürfe und erklärte, seine Abgas-Kontrollsysteme entsprechen den behördlichen Auflagen.
Von den Anschuldigungen betroffen sind 104.000 Fahrzeuge, darunter die neueren Dodge Ram Kleinlaster und Jeep Grand Cherokees mit Dieselmotoren. Laut EPA verringerte die Software den Ausstoß von Stickoxid während der Abgastests. Dadurch wurde verschleiert, dass die wahren Abgaswerte der Autos im normalen Betrieb auf der Straße deutlich höher waren. Fiat Chrysler hat die Software gegenüber der EPA nicht offengelegt, was allein schon einen Gesetzesverstoß darstellt.
Die Anschuldigungen sind ähnlich wie die in der Anklage von Volkswagen Anfang 2015. Erst in der vergangenen Woche hatte sich Volkswagen bereit erklärt, 4,3 Milliarden Dollar zu zahlen, um die Forderungen aus dem damaligen Abgas-Skandal zu begleichen. Der EPA zufolge drohen Fiat Chrysler Geldstrafen von bis zu 44.500 US-Dollar je Auto oder insgesamt rund 4,6 Milliarden Dollar.