Neuer Versuch für Widerspruchsregelung bei Organspenden
11 July 2024
Robert Kneschke / Shutterstock
| Hanna: | Eine fraktionsübergreifende Gruppe von sechs Abgeordneten aus sechs Parteien hat letzte Woche im Bundestag eine neue Initiative zur Organspende vorgeschlagen. Es handelt sich um die sogenannte Widerspruchsregelung, die 2020 bereits gescheitert war. Seither hat sich die Situation um Organspenden in Deutschland drastisch verschlimmert. Das Gesetz würde vorsehen, dass wir alle Organspender sind, es sei denn, wir haben uns zu unseren Lebzeiten ausdrücklich dagegen ausgesprochen. Ein solches Gesetz ist in mehreren europäischen Ländern bereits erfolgreich in Kraft. In Deutschland dürfen Organe bisher nur mit ausdrücklicher Zustimmung entnommen werden. Im Vorfeld wurde bereits viel Kritik über die neue Initiative laut. Wie siehst du die Sache, Michael? |
| Michael: | Ich hätte einen Gegenvorschlag. Aber alles mal der Reihe nach. So wie sie ist, wird die Initiative keinen Erfolg haben. Man kann Schweigen nicht mit Zustimmung gleichsetzen. Das geht nicht. Das könnte man als Körperverletzung auslegen. Entweder wird der Bundestag die Initiative ablehnen oder eben später das Bundesverfassungsgericht. Sie verstößt ganz klar gegen das Selbstbestimmungsrecht. |
| Hanna: | Jeden Tag sterben durchschnittlich drei Menschen, während sie auf eine Organspende warten. Ist das keine Körperverletzung? |