Kreuzzug der Stadt Florenz gegen Souvenirs mit Abbildungen von Körperteilen des David von Michelangelo
Der David von Michelangelo ist seit 1504 eine der wichtigsten kulturellen Ikonen von Florenz. Die Tradition, Kühlschrankmagnete mit Abbildungen von Körperteilen Davids zu kaufen, ist nicht ganz so alt, aber sehr verbreitet. Doch in den letzten Jahren ist die altbewährte Tradition, diese Souvenirs zu kaufen, in Gefahr auszusterben.
Cecilie Hollberg, die Direktorin der Galleria dell’Accademia, in der Michelangelos Skulptur ausgestellt wird, versucht seit 2015, Davids Würde zu verteidigen. Hollberg hat Hunderte von Klagen eingereicht und beruft sich dabei auf das italienische Gesetz zum Schutz des Kulturerbes. Sie sagt, dass der Accademia seit 2017 hunderttausende Euro an Schadenersatz zugesprochen wurden.
Die Erfolge der Accademia vor Gericht haben zu weiteren Klagen zum Schutz von Meisterwerken in anderen Museen geführt. Zu diesen Kunstwerken gehören Der vitruvianische Mensch von Leonardo da Vinci, David von Donatello und Die Geburt der Venus von Sandro Botticelli. Diese Entscheidungen werfen jedoch die Frage auf, inwieweit sich Institutionen als Richter über den Geschmack aufspielen dürfen und wie solche Entscheidungen die Meinungsfreiheit einschränken.