Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an, Papst lehnt ab
17 June 2021
By © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, Link
| Bettina: | Vor elf Tagen traf ein Blitzschlag die katholische Kirche in Deutschland. Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Er sei überzeugt davon, dass die Opfer der sexuellen Gewalt durch die katholische Kirche ein Zeichen bräuchten. Dass jemand Verantwortung übernehmen müsse. Er machte allerdings klar, dass er das nicht als Aufforderung an andere deutsche Würdenträger in der katholischen Kirche verstanden haben wollte. |
| Michael: | Von wegen. Hier meint er natürlich niemand anderen als den Kardinal von Köln, Rainer Maria Woelki, der seit Jahren an seinem Posten klebt. |
| Bettina: | Klar. Im Gegensatz zu Woelki gilt Marx als Reformer der katholischen Kirche. Man konnte schon seit Jahren sehen, wie es in ihm brodelte. Vor einiger Zeit hat er beispielsweise einen größeren Prozentsatz seines persönlichen Vermögens an eine Stiftung gespendet, die den Opfern von sexuellem Missbrauch hilft. Nach seiner Entscheidung wirkte Marx erleichtert und geradezu befreit. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, zeigte sich erschüttert. Hier ginge der Falsche, sagte er der Rheinischen Post. Hier gehe eine ganz wichtige Persönlichkeit des deutschen Katholizismus. Hat er recht, Michael? Wäre hier ein wichtiger Reformer gegangen? |