CDU in schwerer Krise
27 February 2020
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| Jana: | Wir hatten erst letzte Woche über die Folgen der Affäre in Thüringen berichtet. Die Vorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, war als Folge des Skandals zurückgetreten. Sie hatte geltend gemacht, dass eine Teilung der Führungsrollen von Kanzler und Vorsitz die CDU entscheidend geschwächt habe. Kramp-Karrenbauer hatte als designierte Nachfolgerin von Kanzlerin Merkel gegolten. Mittlerweile sind mehrere Kandidaten für die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer im Rennen. Es handelt sich zum einen um Friedrich Merz. Der alte Rivale von Kanzlerin Merkel wird dem konservativen Flügel der CDU zugeordnet und man traut ihm daher am ehesten zu, dass er die Wähler der rechtsradikalen „Alternative für Deutschland“ zurück in die CDU holen kann. Dann gibt es natürlich auch den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Laschet, der mit Jens Spahn, dem jetzigen Gesundheitsminister als Vize antreten wird. Beides sind Schwergewichte. Röttgens, Ex-Umweltminister, hat ebenfalls seinen Namen in den Ring geworfen. Er wird wohl mit einer Frau antreten. Die CDU wird am 25. April wählen. |
| Michael: | Zumindest die wirklich bescheuerte Idee, die vier als Team arbeiten zu lassen, ist weg. |
| Jana: | Ja, das konnte nicht gutgehen. Jedenfalls ist jetzt die Frage, ob Kanzlerin Merkel nicht eigentlich abtreten sollte, um den Weg für einen Nachfolge-Kandidaten freizumachen, der den Vorsitz der Partei wieder in sich vereint. Merkel hat zwar angekündigt, bis zur nächsten Bundestagswahl in 2021 im Amt bleiben zu wollen, um dann mit Würde zu gehen, aber die Stimmen, die in ihr eine „Lame Duck“-Kanzlerin sehen, werden immer lauter. Ich habe hier eine Umfrage vom 18. Februar vorliegen, die im Spiegel veröffentlicht wurde. Demzufolge sind die Deutschen in dieser Frage absolut geteilt. Auf die Frage, ob Merkel zurücktreten sollte, wenn es einen neuen Vorsitzenden gibt, sagen 35,7 % ja. 10,3 % sagen eher ja, 30,7 sagen nein und 15,7 sagen eher nein. 8,1 % wissen es nicht. |