Kolumbien lehnt Friedensabkommen mit FARC-Rebellen ab
Wähler in Kolumbien haben am Sonntag mit sehr knapper Mehrheit ein historisches Friedensabkommen mit den FARC-Rebellen abgelehnt. Damit endet der Waffenstillstand jetzt am 31. Oktober. Sowohl die Regierung als auch die Rebellengruppe haben jedoch erklärt, sie wollen am Friedensprozess festhalten.
Das Ergebnis des Referendums war eine große Überraschung. Meinungsumfragen im Vorfeld der Abstimmung hatten eine deutliche Mehrheit für eine Zustimmung zum Abkommen vorhergesagt. Trotzdem lehnten 50,2 % der Wähler den Vertrag ab. 49,7 % stimmten dafür. Die vom früheren Präsidenten Álvaro Uribe geführte Kampagne gegen das Abkommen kritisierte, dass die Strafen für die Rebellen zu milde seien. Diese können Gefängnisstrafen vermeiden, wenn sie ihre Verbrechen gestehen.
Kolumbianische Regierungsvertreter trafen sich am Dienstag mit Vertretern der FARC in Kuba. Sie wollen versuchen, den Vertrag, der nach vierjährigen Verhandlungen vereinbart worden war, zu retten. Im Moment ist es jedoch nicht sicher, wie bereit die Rebellen für die Verhandlung von neuen Bedingungen sind.