Staatspreis für die Toten Hosen
3 October 2024
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| Michael: | Die Toten Hosen aus Düsseldorf sind eine der erfolgreichsten deutschen Punkbands. Gegründet haben sie sich 1983, fünf Jahre später kam der kommerzielle Durchbruch. Seitdem ist die Gruppe um den Sänger Campino fester Bestandteil der deutschen Musikszene. Nun wurde sie mit dem Staatspreis Nordrhein-Westfalen geehrt. Mehr Punk ginge nicht, findet die Zeitung nd im Artikel „Campino: Der Anti-Anti-Punk“ vom 23. September. Der Deutsch-Brite hätte keine Berührungsängste mit dem Establishment mehr und hätte sich letztes Jahr vor Prinz Charles verbeugt. Britische Vorbilder Campinos wie Sid Vicious von den Sex Pistols oder Joe Strummer von The Clash wären der Königsfamilie anders entgegengetreten. Aber vielleicht sei es auch gerade Punk, wenn man es schaffe, dass sich die Nation seit 20 Jahren darüber fetze, ob Campino überhaupt noch Punk sei. |
| Jana: | Wenn man das alles ganz genau nimmt, ist der Punk schon 1977 mit dem kommerziellen Erfolg der Sex Pistols gestorben. Punk und Kommerz gleichzeitig zu sein, das geht halt nicht. |
| Michael: | Ich finde, dass die Toten Hosen schon lange keine Punkband mehr sind. Richtig erfolgreich wurden sie doch eher mit Rockballaden. |
| Jana: | Naja, so ganz stimmt das nicht. Außerdem sind es nicht nur einzelne Musikstücke, die darüber entscheiden, welchem Genre eine Band angehört. Beim Punk ist es vor allem die Attitüde. |