„Überakademisierung“ in Deutschland
11 August 2022
| Robin: | In Deutschland geht ein Großteil der jungen Leute auf die Universität. Nicht ohne Grund. Denn wer studiert und sich bildet, hat im Berufsleben mehr Möglichkeiten, verdient im Durchschnitt mehr Geld und ist sozial höher gestellt. Deshalb spricht man auch vom Aufstieg durch Bildung. Doch es fehlen Handwerker und Facharbeiter. Dringende Zukunftsaufgaben seien so nicht fristgerecht zu leisten. Eine höhere Studentenquote würde nicht dabei helfen, Wärmepumpen statt Gasheizungen zu installieren, Windräder zu errichten oder Straßen und Brücken instand zu halten. Das sei nämlich Handwerk, schreibt „Der Spiegel“ im Artikel „Abstieg durch Bildung“ vom 1. August. Das Magazin kritisiert die „Überakademisierung“ in Deutschland. Die vergleichende Literaturwissenschaft sei wichtig, bringe aber nichts, um die Klimaziele zu erreichen. Der Aufstieg des Einzelnen drohe den Abstieg des Ganzen auszulösen. |
| Bettina: | Das ist ja eine apokalyptische Vorhersage. Und das Nischenfach der Literaturwissenschaft stellvertretend für ein Studium heranzuziehen, finde ich falsch. Das erweckt den Eindruck, als ob Studieren generell sinnlos ist. |
| Robin: | Ich finde, das Magazin hat recht. Was bringt es einem Land, wenn es zwar viele Menschen mit Studienabschluss gibt, aber niemanden, der die ganz wichtigen Aufgaben übernimmt? |