Deutschland sucht das Endlager für Atommüll
8 October 2020
| Jana: | Jetzt ist er raus, der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), die seit ungefähr zehn Jahren nach einem geeigneten Ort für ein Endlager für Atommüll sucht. Die Bundesregierung hatte versprochen, dass die Ortswahl für dieses Lager nach rein wissenschaftlichen Kriterien erfolgen sollte. Sie versprach außerdem, diese Auswahl mit voller Transparenz zu gestalten und alle politischen Kriterien außen vor zu lassen. Die Bundesregierung will damit Fehler aus den 70iger Jahren vermeiden. Damals wurde in einem ehemaligen Salzbergwerk in Gorleben unter aller Geheimhaltung ein Endlager gebaut, in dem noch heute 113 Container lagern. Gorleben löste eine der größten Widerstandsbewegungen in der Geschichte der Bundesrepublik aus und führte im Endeffekt zum geplanten Ausstieg aus der Atomenergie. Die Proteste halten bis heute an. |
| Michael: | Ja, eine Wiederholung will die Bundesrepublik natürlich vermeiden. Dabei wünsche ich ihr viel Glück. Es ist egal, welchen Standort die Wissenschaftler im Jahr 2031 nach sogenannten „objektiven Kriterien“ mit super Transparenz aussuchen – es wird einen Sturm der Entrüstung geben. Ich nehme an, du weißt, warum sie sich in den 70iger Jahren für Gorleben entschieden hatten? |