| Michael: | Im Deutschen gibt es zwei verschiedene Arten, jemanden anzureden. Das höfliche und eher distanzierte „Sie“ und das freundschaftliche „du“. Es gibt keine expliziten Regeln, wann man welche Anrede zu benutzen hat. Jeder darf selbst entscheiden, wie er jemanden anspricht oder selbst angesprochen werden möchte. Im Alltag scheint sich jedoch immer mehr ungefragt das „du“ durchzusetzen, was nicht immer auf Zustimmung stößt. |
| Jana: | Im Café, in einer Bar, im Fitnessstudio und sogar in einigen Läden duzen mich die Leute einfach, ohne dass sie mich kennen, oder ich sie. Generell finde ich das ja in Ordnung, aber manchmal wünsche ich mir zum Anfang mehr Distanz. |
| Michael: | Mir macht das überhaupt nichts aus. Meinetwegen könnte mich auch das Finanzamt duzen. |
| Jana: | Ich habe mir schon gedacht, dass es dich nicht stört. Aber wer alle duzt, duzt niemanden. Ich finde, das „du“ sollte für Familie, Freunde und Bekannte reserviert bleiben. |
| Michael: | Ich finde es einfach komisch, jemanden zu siezen, der so alt wie ich oder sogar jünger ist. Ich bin sofort beim „du“, wenn ich jemanden kennenlerne. |
| Jana: | Wenn du auf einer Party bist oder einen gemütlichen Abend mit Freunden verbringst und neue Leute kennenlernst, kann ich verstehen, dass ihr euch duzt. Aber außerhalb des privaten Rahmens finde ich es unangemessen. |