Die Pest-Pandemie im Mittelalter führte zu einer schützenden Genmutation bei Überlebenden
Am 19. Oktober veröffentlichte die Fachzeitschrift Nature die Ergebnisse einer genetischen Studie, in der DNA-Proben von Personen analysiert wurden, die während der Pest-Pandemie in London gestorben waren. Die Beulenpest war 1348 in London ausgebrochen. Die Zahl der Todesopfer war so groß, dass der König einen speziellen Friedhof zum Massengrab deklarierte.
Die Forscher stellten fest, dass die Überlebenden der Pest-Pandemie in London vier genetische Mutationen hatten, die sie vor dem Pesterreger schützten. Die Überlebenden gaben diese Mutationen an ihre Nachkommen weiter, und viele Europäer haben diese Mutationen noch heute. Diese nützlichen Mutationen hatten jedoch ihren Preis: Sie erhöhen das Risiko, an Autoimmunkrankheiten zu erkranken.
Die Studie zeigt, wie Pandemien der Vergangenheit das menschliche Immunsystem auf das Überleben künftiger Pandemien vorbereiten könnten. Insbesondere gab es eine bestimmte Mutation, die den Menschen einen 40-prozentigen Überlebensvorteil bei einer Infektion mit dem Pesterreger verschaffte. Darüber hinaus entwickelte sich dieser Vorteil innerhalb von nur wenigen Jahrzehnten, was evolutionär gesehen außergewöhnlich schnell ist.