Französische Journalisten werfen der EU-Kommissionspräsidentin vor, Englisch gegenüber anderen Sprachen zu bevorzugen
Französische Journalisten, die über die Europäische Union berichten, haben sich über die zunehmende Verwendung der englischen Sprache in EU-Kommunikationen beschwert. Am 23. September schickte die französische Sektion der Vereinigung Europäischer Journalisten einen Beschwerdebrief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und an EU-Ratspräsident Charles Michel. Sie mahnten, dass die Verwendung anderer europäischer Sprachen in Kommunikationen jeder EU-Institution eine gesetzliche, in den Gründungsverträgen verankerte, Verpflichtung sei.
Als Beispiel nannten die Journalisten den von der EU vorgeschlagenen Migrationspakt, der Anfang jener Woche vorgestellt worden war. Sie wiesen darauf hin, dass alle damit verbundenen Mitteilungen ausschließlich auf Englisch veröffentlicht worden waren. „Mehr als zwei Stunden nach der offiziellen Mitteilung gab es nicht eine einzige Version in einer anderen Arbeitssprache (Französisch oder Deutsch). Letzen Endes war nur die zweiseitige Pressemitteilung auf Französisch verfügbar“, schrieben sie.
Nach Ansicht der Journalisten stellt die Konzentration auf eine einzige Sprache einen deutlichen Wettbewerbsvorteil für die englischsprachige Presse dar,