Kaum verlässliche Daten zu Antisemitismus in Deutschland
6 February 2020
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| Jana: | Letzte Woche haben wir des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz gedacht. In Auschwitz wurden geschätzte 1,1 Millionen Menschen ermordet. Die meisten dieser Menschen waren Juden. Es wurden viele Reden gehalten und es gab auch viele Warnungen, da wir, wie du weißt, einen drastischen Anstieg des Antisemitismus und antisemitischer Straftaten erleben. Auf der ganzen Welt, aber auch leider im Land der Täter von Auschwitz: Deutschland. |
| Michael: | 2018 gab es, einer Statistik des BKAs zufolge, 1799 antisemitische Straftaten, 20 % mehr als im Vorjahr. Ich will gar nicht wissen, wie es dieses Jahr aussieht. Mittlerweile werden Juden wieder davor gewarnt, sich in der Öffentlichkeit als Juden zu erkennen zu geben. |
| Jana: | Ja. Die Dunkelziffer wird auch ungleich höher sein. Der Hass gegen Juden ist wieder allgegenwärtig. Mahnmale und Friedhöfe werden geschändet. Juden werden regelmäßig beleidigt und attackiert. Die sozialen Netzwerke sind voller Judenhass. Letzten Oktober versuchte ein Täter, in Halle in eine Synagoge einzudringen, um so viele Juden zu töten wie möglich. Juden sind auch gerade wieder dabei, Deutschland ‚en masse‘ zu verlassen. Jetzt ist in Deutschland die Kontroverse aufgekommen, wer genau die Täter in Deutschland sind, und inwieweit der wachsende Antisemitismus auf die Zuwanderung nach Deutschland zurückzuführen ist. Der CDU-Politiker Philipp Amthor hatte mit einem beiläufigen Kommentar in einem Interview hohe Wellen geschlagen, als er sagte, der Antisemitismus sei „in muslimischen Kulturkreisen besonders stark vertreten“. |